Feb 232012
 

Ich sag es vorweg: Ich bin kein Fan von Bodentretern. Der richtige Sound muss auf Knopfdruck da sein und fertig. Nichtsdestotrotz hab ich immer wieder nach einem Overdrivepedal geschielt, das mir gefällt. Nicht nur klanglich, sondern auch qualitativ und preislich. Bis dato Fehlanzeige, und an boutique Pedale hab ich mich nicht herangewagt. Bei Musikding bin ich über den Bausatz „der Zen“ gestolbert. Warum der mich angelacht hat weiß ich nicht, aber es war schon mal die richtige Wahl. Egal wie man das Teil einstellt, es kommt immer ein guter Sound raus. Extremeinstellungen sind nicht drin, aber das war auch nicht mein Ziel.  Ich suche eher nach dem feinen Unterschied. Und genau die kann der Zen liefern. Wenn die Gehäuselackierung fertig ist werde ich im Detail darüber schreiben.

Ich blase damit meinen Jubilee an. Der rotzt schon mal so gut was raus:

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Und was ich bis jetzt noch mit keinen Overdrive geschaft haben: es geht mit Zen noch mehr Rotz und man hat das Kaminfeuer im Amp:

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Bitte nicht über die Nebengeräusche wundern, das hab ich daheim im Raum aufgenommen, und so laut konnte ich die Kiste nicht aufdrehen. daher hört man halt die trockenen Anschlagsgeräusche. Und auch etwas mehr Gain ist nötig als im Proberaum.

Rock on.

Jun 022011
 

In einigen Foren habe ich öfters gelesen, dass der Bias sei beim JVM ab Werk relativ niedrig eingestellt ist und der Amp dadurch ein wenig kalt klingt. Da ich ich bei meinem JVM ein wenig Wärme vermisse, habe ich beschlossen, das an meinem Amp selbst zu überprüfen.  Santiago, der Entwickler des JVM, empfiehlt beim 410er einen Bias zwischen 60 und 70 mA.  Im JVM-Forum ist die beliebteste Einstellung 70 mA. Hierbei sind die Röhren immer noch einen sicheren Betriebsbereich. Mehr geht natürlich auch, aber die Ausgangsleistung sinkt und die Haltbarkeit der Röhren sinkt.

Zum Einstellen des Bias muss das Chassis aus dem Gehäuse ausgebaut und in Betrieb genommen werden. Daher meine eindringliche Warnung an alle Nachahmer: Das Arbeiten am geöffneten Verstärker ist lebensgefährlich, es liegen Spannungen über 400V im Verstärker an. Die einschlägigen Sicherheitsvorschriften sind zu beachten.

Praktischerweise sind die Messpunkte (CON1) im Verstärker schon fest eingebaut,  1Ohm Widerstände dienen als Shunts.

JVM Bias Messpunkt

JVM Bias Messpunkt

Hier kann man die mA direkt als mV messen (Ohmsches Gesetz). Ein Hantieren mit Zwischensockeln entfällt. Es wird nur ein Meßgerät benötigt, das Millivolt messen kann. Zum Einstellen muss der Verstärker jetzt noch ein wenig warm laufen, die Last (Lautsprecherbox) nicht vergessen. Master bitte zudrehen. Das Messgerät kann man ruhig vorher in Stellung bringen.

JVM Bias Messung links

JVM Bias Messung links

JVM Bias Messung rechts

JVM Bias Messung rechts

Hier sieht man die Anstellungen ab Werk. Zum Einstellen dienen die Trimmer rechts und links unterhalb des Messpunktes (rot eingekreist).

JVM Bias Trimmer

JVM Bias Trimmer

Die Trimmer sind recht empfindlich, selbst kleinste Bewegungen sorgen für große Änderungen. Die Änderungen treten ein wenig verzögert auf, also immer mit Geduld arbeiten. Fürs Einstellen auf 70mA habe ich doch ein wenig Zeit benötigt. Kleinere Schwankungen sind durchaus normal. Bei neuen Röhren ist zu erwarten, das sie noch ein wenig driften, der Bias sollte später nochmal kontrolliert werden.

Und was sagt das Ohr ? Der klasse Amp klingt jetzt noch besser !

Keep rockin‘

Feb 142011
 

Ohne Mod klingt der Amp, mit Mod klingt er auch gut, nur anders. Ein guter Grund, das schaltbar zu machen. Und wenn ich eh schon einen Schalter einbaue, dann einen mit 3 Positionen: Miyama Miniatur-Kippschalter MS 500-BC-C 1polig Ein/Aus/Ein 125 V/AC 6 A. Ein Feld-, Wald und Wiesen Kippschalter.

Reicht der denn? Die Stufe mit V6a, die Stelle, wo der Mod angreift, wird mit der Spannung HT5 betrieben, das ist irgendwas < 350V. Ich hab jetzt kein Meßgerät reingehalten, aber der Stützkondensator von HT5 kann nicht mehr ab. Also muss dort weniger Spannung anliegen, ich würd da auf 300V tippen. Selbst wenn die Röhre jetzt voll durchschalten würde, bleibt ein Spannungsteiler R72 (220k) mit R116 (2,7k) übrig. Das macht dann an der Stelle was maximal um die 3,7V mit 1,3mA. Damit sollte fast jeder Schalter fertig werden. Das NF Signal hab ich bei der Betrachtung aussen vorgelassen, es ist noch eine Ecke kleiner. Btw, der C83 kann nur 63V ab.

Kommen wir zum Umbau. Ein Blick in den Amp schreckt ja erstmal ab. Wenn man da vernünftig was machen will muss die Hauptplatine raus. Ein Foto ist da nicht verkehrt, dann findet man später für die Kabel die richtigen Plätze.

JVM Inside

Ich wollte mir die Vorderfront nicht versauen, also hab ich den Schalter nach innen gelegt. Und natürlich nah an den Ort des Geschehens.

JVM Schalter von Innen

JVM Schalter von Innen

JVM Schalter Außen

JVM Schalter Außen

Mit dem Platz musste ich aufpassen, wie man auf den Bilder sehen kann ist nach dem Zusammenbau nicht mehr wirklich viel Platz.

JVM Schalter beschaltet

JVM Schalter beschaltet

Ich werde mir bei Gelegenheit einen anderen Grill basteln, damit ich auch von vorne ohne Probleme an den Schalter komme. Was hab ich nu schaltbar gemacht? Nach einer Idee von marshallmellowed aus dem JVMForum hab ich den Minischalter wie folgt beschaltet:

Position 1: Stock C83 680nF
Position 2: ohne Kondensator
Position 3: 220 nF

Zu Aufnahmen bin ich jetzt noch nicht gekommen, ich werde auch meine Gitarren erstmal in Ruhe durchspielen. Aber so viel sei jetzt schon mal gesagt: Position 3 ist eine sehr interessante Alternative geworden: Es wird dezent in den Bässen aufgeräumt,  so ähnlich wie ein Tubescreamer ohne Drive das macht. Und ein wenig Richtung Treblebooster.

Okt 262010
 

Mit dem Speaker scheint doch alles in Ordnung zu sein. Lag wohl an der Gitarre. Der Humbucker der Pacifica zerrt von aus aus ein wenig [Update 31.1.2011: nicht der Humbucker zerrt, er hat soviel Output, das er die Eingangsstufe des JVM zum Zerren bringt]. Da ich den eh nur zum Braten genommen habe ist das nie aufgefallen. Fürs folgende Riff hab ich meine Tele ausgepackt und durch den JVM mit Crunch Green gejagt. Als Mikro hängt ein SM 57 drin.

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Die Aufnahme ist bis auf eine kleine Lautstärkeanhebung nicht nachbearbeitet. Die Nachbarn mußten hierfür nicht weglaufen 😆 .

Apr 302010
 

Mein Händler hat mir noch zwei weitere Röhren in die Hand gedrückt: eine TAD und eine weitere Marshall. Letztere hat sich leider als defekt herausgestellt. Ich hatte Zwischendurch mal nur die V1 getauscht, das hat zu den vorhergehenden Samples scheinbar keinen Unterschied gemacht. Daher tausche ich hier nur noch die V1.

Marshall und TAD ECC83

Marshall und TAD ECC83

Da ich meine Nachbarn nicht weiter strapazieren wollte habe ich die folgenden Aufnahmen per Lineout gemacht, restliches Equipment wie vor. Die Klangregelung am Marshall steht in neutraler Stellung, OD1 Orange mit Gain auf 4. Auch die Mesa tritt wieder mit an, ein Vergleich mit den vorhergehenden Samples ist sonst wegen dem anderen Aufnahmeweg nicht möglich.

Marshall Werksröhre:

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TAD Röhre:

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Mesa Boogie Röhre:

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Morgen hör ich hier wieder rein, mir rauscht die Birne 😉

Apr 252010
 

Über Höhen kann man sich beim JVM nicht beschweren. Wer da was anderes erzählt hat einen kaputten erwischt. Aber es beschleicht mich das Gefühl, das es besseres als die Röhren ab Werk gibt. Der freundliche Händler um die Ecke war so nett, mir einen 3er Satz Meas Boogie Röhren in die Hand zu drücken.

Marshall und Mesa Röhren

Marshall und Mesa Röhren

Ich hab direkt V1, V2 und V3 getauscht. Die Aufnahmen liefen über eine 1960AV, Tonebone SC450 und TC24D. Als Gitarre hab ich meine altgediente Ibanez PF-160 benutzt. Das ganze bei relativ moderater Lautstärke mit Rücksicht auf die Nachbarn. Leider hab ich noch kein Equipment für Reamping, so kann der Vergleich nicht 100% werden. Beide Aufnahmen sind mit neutralen EQ in der Aufnahmekette, keine Effekte. Die Ibanez ist nicht gerade einstreuungsarm, und der Platz vor dem Computer ist alles andere als optimal. Wenn Ruhe ist, hab ich das Poti an der Gitarre zugedreht.

Ampeinstellungen:

OD1 Orange

OD1 Orange

Aufnahme A:

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Aufnahme B:

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Nach dem ganzen Gerödel hier hör ich kaum noch Unterschiede. Was ist nu was ? Was gefällt besser ?

Feb 282010
 

Ich hab mal ein paar Aufnahmen gemacht, um den Clean Green am Lineout Gehör zu verschaffen. Dabei durfte ein TC24D als Aufnahmeinterface assistieren. Es darf rein der Amp sprechen, kein Hall oder Kompressor stellt sich in den Weg. Vorweg die Einstellungen:

VOLUME BASS MIDDLE TREBLE GAIN
NA 7,5 4,5 8,5 4,0

Balladiges gespielt mit einer Yamaha Pacifica 112V:

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Einmal Mitte mit Hals Tonabnehmer, danach Steg und Mittlerer. Kann ein Tonabnehmer zerren ? Bei den Peaks hab ich das Gefühl.

Funkiges gespielt auf einer Squier Standard Telecaster mit Steg und Hals Tonabnehmer:

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Der Steg Tonabnehmer alleine bläst alles weg, soweit kann ich die Regler am Interface nicht runterziehen das es nicht rot blinkt.

Ich finde den Lineout durchaus nutzbar, verglichen mit einer realen Box klingt es doch ein wenig dumpf. Wenn man live spielt und die beiden Master benutzt kann man den Lineout nicht nutzen, der Abgriff für den Lineout liegt vor den Mastern.

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