Jun 022011
 

In einigen Foren habe ich öfters gelesen, dass der Bias sei beim JVM ab Werk relativ niedrig eingestellt ist und der Amp dadurch ein wenig kalt klingt. Da ich ich bei meinem JVM ein wenig Wärme vermisse, habe ich beschlossen, das an meinem Amp selbst zu überprüfen.  Santiago, der Entwickler des JVM, empfiehlt beim 410er einen Bias zwischen 60 und 70 mA.  Im JVM-Forum ist die beliebteste Einstellung 70 mA. Hierbei sind die Röhren immer noch einen sicheren Betriebsbereich. Mehr geht natürlich auch, aber die Ausgangsleistung sinkt und die Haltbarkeit der Röhren sinkt.

Zum Einstellen des Bias muss das Chassis aus dem Gehäuse ausgebaut und in Betrieb genommen werden. Daher meine eindringliche Warnung an alle Nachahmer: Das Arbeiten am geöffneten Verstärker ist lebensgefährlich, es liegen Spannungen über 400V im Verstärker an. Die einschlägigen Sicherheitsvorschriften sind zu beachten.

Praktischerweise sind die Messpunkte (CON1) im Verstärker schon fest eingebaut,  1Ohm Widerstände dienen als Shunts.

JVM Bias Messpunkt

JVM Bias Messpunkt

Hier kann man die mA direkt als mV messen (Ohmsches Gesetz). Ein Hantieren mit Zwischensockeln entfällt. Es wird nur ein Meßgerät benötigt, das Millivolt messen kann. Zum Einstellen muss der Verstärker jetzt noch ein wenig warm laufen, die Last (Lautsprecherbox) nicht vergessen. Master bitte zudrehen. Das Messgerät kann man ruhig vorher in Stellung bringen.

JVM Bias Messung links

JVM Bias Messung links

JVM Bias Messung rechts

JVM Bias Messung rechts

Hier sieht man die Anstellungen ab Werk. Zum Einstellen dienen die Trimmer rechts und links unterhalb des Messpunktes (rot eingekreist).

JVM Bias Trimmer

JVM Bias Trimmer

Die Trimmer sind recht empfindlich, selbst kleinste Bewegungen sorgen für große Änderungen. Die Änderungen treten ein wenig verzögert auf, also immer mit Geduld arbeiten. Fürs Einstellen auf 70mA habe ich doch ein wenig Zeit benötigt. Kleinere Schwankungen sind durchaus normal. Bei neuen Röhren ist zu erwarten, das sie noch ein wenig driften, der Bias sollte später nochmal kontrolliert werden.

Und was sagt das Ohr ? Der klasse Amp klingt jetzt noch besser !

Keep rockin‘

Feb 142011
 

Ohne Mod klingt der Amp, mit Mod klingt er auch gut, nur anders. Ein guter Grund, das schaltbar zu machen. Und wenn ich eh schon einen Schalter einbaue, dann einen mit 3 Positionen: Miyama Miniatur-Kippschalter MS 500-BC-C 1polig Ein/Aus/Ein 125 V/AC 6 A. Ein Feld-, Wald und Wiesen Kippschalter.

Reicht der denn? Die Stufe mit V6a, die Stelle, wo der Mod angreift, wird mit der Spannung HT5 betrieben, das ist irgendwas < 350V. Ich hab jetzt kein Meßgerät reingehalten, aber der Stützkondensator von HT5 kann nicht mehr ab. Also muss dort weniger Spannung anliegen, ich würd da auf 300V tippen. Selbst wenn die Röhre jetzt voll durchschalten würde, bleibt ein Spannungsteiler R72 (220k) mit R116 (2,7k) übrig. Das macht dann an der Stelle was maximal um die 3,7V mit 1,3mA. Damit sollte fast jeder Schalter fertig werden. Das NF Signal hab ich bei der Betrachtung aussen vorgelassen, es ist noch eine Ecke kleiner. Btw, der C83 kann nur 63V ab.

Kommen wir zum Umbau. Ein Blick in den Amp schreckt ja erstmal ab. Wenn man da vernünftig was machen will muss die Hauptplatine raus. Ein Foto ist da nicht verkehrt, dann findet man später für die Kabel die richtigen Plätze.

JVM Inside

Ich wollte mir die Vorderfront nicht versauen, also hab ich den Schalter nach innen gelegt. Und natürlich nah an den Ort des Geschehens.

JVM Schalter von Innen

JVM Schalter von Innen

JVM Schalter Außen

JVM Schalter Außen

Mit dem Platz musste ich aufpassen, wie man auf den Bilder sehen kann ist nach dem Zusammenbau nicht mehr wirklich viel Platz.

JVM Schalter beschaltet

JVM Schalter beschaltet

Ich werde mir bei Gelegenheit einen anderen Grill basteln, damit ich auch von vorne ohne Probleme an den Schalter komme. Was hab ich nu schaltbar gemacht? Nach einer Idee von marshallmellowed aus dem JVMForum hab ich den Minischalter wie folgt beschaltet:

Position 1: Stock C83 680nF
Position 2: ohne Kondensator
Position 3: 220 nF

Zu Aufnahmen bin ich jetzt noch nicht gekommen, ich werde auch meine Gitarren erstmal in Ruhe durchspielen. Aber so viel sei jetzt schon mal gesagt: Position 3 ist eine sehr interessante Alternative geworden: Es wird dezent in den Bässen aufgeräumt,  so ähnlich wie ein Tubescreamer ohne Drive das macht. Und ein wenig Richtung Treblebooster.

Feb 112011
 

Der JVM ist ein klasse Verstärker. Man hat bisweilen so viele Möglichkeiten, das man den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht. Er ist modern abgestimmt. Und genau das ist in manchen Fällen eine Herausforderung. In den ODx orange/red hat Marshall nicht mit Gain gespart, eher schon fast zuviel. Dem kann man mit einer kleinen Modifikation zu Leibe Rücken: der C83 Mod. Der Kondensator mit dieser Bezeichnung wir einfach entfernt, und schon kann man wieder großzügiger mit dem Gain umgehen. Nebenbei wird der Sound auch klassischer im Voicing.

JVM C83 Position des C83

Um den  Kondensator auslöten zu können muss die Hauptplatine ausgebaut werden, was nicht so ganz ohne Aufwand ist.

Und was soll ich sagen ? Es hängt stark mit an der Gitarre obs paßt oder nicht. Ich finde, die älteren Modelle provitieren davon, die modernen eher weniger. Von daher werde ich den Mod wohl schaltbar machen.

happy screwing

Okt 242010
 

Eine gute Nachricht (für meine Nachbarn ?): meine Isobox ist endlich fertig. Ich konnte mich endlich mal aufraffen, meine Werkzeuge zum Einsatz zu bringen. Ohne Speaker hat der Spaß neben etwas Schweiß und drei Abende ca. 130€ gekostet.

Isolation Cabinet Ansicht 1

Isolation Cabinet Ansicht 1

Hier mal meine Stückliste:

Holzmaterial:

Sperrholz Seekiefer 31 mm

4x 42,1 x 35 x 3,1
4x 45,1 x 35 x 3,1
3x 42 x 39 x 3,1

Quadratische Holzleiste (Kiefer?)

4x 15mm x 15mm x 100mm

Schrauben:

100x 5×70 (Gehäuse)
6x 3×10 (Anschlußplatte)
4x 4,5×40 (Lautsprecher)
8x 4×40 (Führungshölzer)
4x M3 Senkkopf 20mm + Sprenscheibe + Mutter

Elektromaterial:

Anschlussplatte
Klinkenbuchse
XLR Einbaustecker
XLR Buchse
Lautsprecher Celestion 12T75
Kabel 4mm² (weil vorhanden)
Mikrofonkabel
Schwanenhals + Tischflansch
4x Rollen (weil vorhanden)

Sonstiges:

Profilgummidichtung
Acryldichtmasse
Dämmmaterial (müßte das nicht eigentlich Dämpfungsmaterial heissen ?)
Dämmmatte

Die Idee dahinter:

Ich bau zwei identische Boxen, eine mit und eine ohne Boden. Die ohne Boden wird der Deckel, die andere die Lautsprecherbox. Die Lautsprecherplatte ist 2cm versenkt eingebaut. Man könnte noch eine Verkleidung mit Klett anbringen. Dadurch kann die die Lautsprecherbox auch einzeln, vielleicht auf auf Probe oder Bühne, genutzt werden. Die Maßte orientieren sich an dem Volumen, das ein einzelner Speaker in einer 1960 zur Verfügung hat. Vom Speaker bis zur Wand sollten es 4cm (Speaker 31cm + 2x4cm macht 39) sein, damit noch genug Platz für Dämmung da ist. Da ich das Ding unter meinen Schreibtisch schieben will (Unterkante 80cm) hab ich als Gesammthöhe 70cm gewählt. Da reicht der Abstand noch für ein paar kleine Rollen. 31mm Materialstärke haben mehere Effekte: es ist steif und schwer, dadurch dämmt es gut. Und man kann ohne Probleme noch Griffmulden reinfräsen.

Isolation Cabinet Übersicht

Isolation Cabinet Übersicht

Zum Bau:

Vorab: Torx ist mein bester Freund, da bekommt man die Kraft Vernünftig auf die Schraube. Kreuzschlitz tuh ich mir nicht mehr an.
Die Öffnungen für Lautsprecher und Anschlußplatter habe ich mit Stichsäge in die jeweiligen Bretter hineingeschnitten, danach gehts ans Zusammenschrauben. Die am jeweiligen Arbeitsschritt beteiligten Platten habe ich mit Schraubzwingen fixiert, mit 3,5mm vorgebohrt und dann zusammengeschraubt. Nach dieser Schrauborgie kam die Oberfräse zum Einsatz. Alle außen liegenden Ecken wurden rundgefräßt, der Deckel bekam seine Griffmulden. Jetzt noch mit Acryldichtmasse die Gehäuse abdichten. Noch ein Loch für das Mikrofonkabel, Tischflansch anschrauben, Anschlußplatte fertigmachen, löten und festschrauben, Dämmmaterial in die Box, Lautsprecher rein und fertig.

Isolation Cabinet Ansicht 2

Isolation Cabinet Ansicht 2

Nun die schlechte Nachricht (für mich 🙁 ). Der Speaker ist nicht in Ordnung, das ist mir beim Clean spielen aufgefallen. Er rasselt. Auch im ausgebauten Zustand. Da werd ich meinen Händler besuchen müssen. Wenn dann mal alles in Ordnung ist werde ich auch Aufnahmen reinstellen.

Apr 302010
 

Mein Händler hat mir noch zwei weitere Röhren in die Hand gedrückt: eine TAD und eine weitere Marshall. Letztere hat sich leider als defekt herausgestellt. Ich hatte Zwischendurch mal nur die V1 getauscht, das hat zu den vorhergehenden Samples scheinbar keinen Unterschied gemacht. Daher tausche ich hier nur noch die V1.

Marshall und TAD ECC83

Marshall und TAD ECC83

Da ich meine Nachbarn nicht weiter strapazieren wollte habe ich die folgenden Aufnahmen per Lineout gemacht, restliches Equipment wie vor. Die Klangregelung am Marshall steht in neutraler Stellung, OD1 Orange mit Gain auf 4. Auch die Mesa tritt wieder mit an, ein Vergleich mit den vorhergehenden Samples ist sonst wegen dem anderen Aufnahmeweg nicht möglich.

Marshall Werksröhre:

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TAD Röhre:

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Mesa Boogie Röhre:

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Morgen hör ich hier wieder rein, mir rauscht die Birne 😉

Apr 252010
 

Über Höhen kann man sich beim JVM nicht beschweren. Wer da was anderes erzählt hat einen kaputten erwischt. Aber es beschleicht mich das Gefühl, das es besseres als die Röhren ab Werk gibt. Der freundliche Händler um die Ecke war so nett, mir einen 3er Satz Meas Boogie Röhren in die Hand zu drücken.

Marshall und Mesa Röhren

Marshall und Mesa Röhren

Ich hab direkt V1, V2 und V3 getauscht. Die Aufnahmen liefen über eine 1960AV, Tonebone SC450 und TC24D. Als Gitarre hab ich meine altgediente Ibanez PF-160 benutzt. Das ganze bei relativ moderater Lautstärke mit Rücksicht auf die Nachbarn. Leider hab ich noch kein Equipment für Reamping, so kann der Vergleich nicht 100% werden. Beide Aufnahmen sind mit neutralen EQ in der Aufnahmekette, keine Effekte. Die Ibanez ist nicht gerade einstreuungsarm, und der Platz vor dem Computer ist alles andere als optimal. Wenn Ruhe ist, hab ich das Poti an der Gitarre zugedreht.

Ampeinstellungen:

OD1 Orange

OD1 Orange

Aufnahme A:

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Aufnahme B:

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Nach dem ganzen Gerödel hier hör ich kaum noch Unterschiede. Was ist nu was ? Was gefällt besser ?

Apr 142010
 

Spielen ohne Band läßt bisweilen einiges vor die Hunde gehen, vor allen Dingen wenn man nur so vor sich hin dudelt. Und mein Rythmusgefühl hat darunter gelitten. Eine Drummachine muss her. Wie gut, das es freie Software gibt, die einem weiterhelfen kann.

Für einfache Sachen ist Hammerhead geeignet.  Allerdings ist der Sound für mich nicht so der Brüller, es erinnert mich an Techno. Und wenns ein bischen mehr sein soll ist da schon Schluss.

Ebenfalls frei verfügbar ist Hydrogen. Es kommt mit seinen Standardsounds meinen Vorstellungen entgegen. Und es eignet sich für anspruchsvollere Betaktung. Man kann mehere Pattern erstellen und beliebig hintereinander anreihen. Ohne Blick in die Hilfe ist es für mich intuitiv bedienbar. Da macht es auch nichts, das die eingebaute Hilfe nicht hilfreich ist. Bei meiner Installation scheint dort der größte Teil der Texte zu fehlen. Ich habe ein Bluesschema zusammengeklickt: Blues 12x 90BPM. Das ganz hört sich dann so an:

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Na denn kann das Trainieren weiter gehen. Keep rockin.

Apr 092010
 

Es hat mir keine Ruhe gelassen, und daher hab ich noch meine beiden anderen Gitarren ausgegraben: Eine Squier Standard Telecaster made in Indonesia 2009? mit Agathis Korpus und eine Ibanez PF 160 von 1982. Die Ibanez ist an eine Paula angelehnt, hat von Haus aus nur Humbucker an Board. Im Rahmen einer Aufräumaktion der Jugendlötsünden hab ich die Humbucker splitbar gemacht. Und so tritt sie denn hier auch an. Prozedere wie vor.

Squier Standard Telecaster:

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Ibanez PF 160:

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Ein hörbarer Unterschied finde ich.

Apr 092010
 

Heute ist eine oiginal Fender CBS Strat zu Besuch. Da will ich doch gleich mal die Gelegenheit nutzen, sie punktuell mit meiner Feld-, Wald- und Wiesenkopie von Yamaha Pacifica 112V zu vergleichen.

Vorweg fällt auf, das man mit der Fender doch etwas mehr Holz in der Hand hat. Verspricht erstmal schon mal „fetteren“ Klang. Trocken gespielt kommt da mehr Substanz rüber als bei der Pacifica. Davon wird wird man aber auf der Probe oder Bühne wenig hören, also mal hören, wie es am Amp Klingt. Da ich die Nachbarn nicht ärgern will, muss meine J-Station herhalten. Damit es nicht ganz so trocken klingt liegen noch ein paar sachte Effekte drauf:

Johnson J-Edit

Johnson J-Edit

Ich nehm ein kleines Riff, und spiel es auf allen Schalterposition von Steg bis Halspickup durch. Die Pacifica muss zum besseren Vergleich ihren Humbucker splitten. Einstellungen des Amps bleiben immer gleich.

Die Pacifica hat Hausrecht und legt vor:

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Die Fender CBS Strat legt nach:

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Der Unterschied fällt für meine Ohren kleiner aus als erwartet. Vielleicht spielt da der Modeller eine Rolle ? Man sagt vielen Modellern ja nach, das sie vereinheitlichen. Das konnte ich bei der J-Station bisher nicht festellen: andere Gitarre, anderer Sound. Ich werde das ganze am Wochenende am Röhrenamp wiederholen.

Apr 072010
 

Nach umfangreichen Testorgien war mit die Kombination dann doch ein wenig zu höhenbehaftet. Dem Humbucker stand das ganze recht gut, aber für die Single Coils war es zu viel des guten. Ich habe den 47k Widerstand durch einen 100k ersetzt. Jetzt harmoniert es sowohl mit dem Humbucker als auch mit Single Coils. Keep rockin.

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